Nachdem ich mich dreimal verfahren habe, finde ich die Strasse zum höchsten anfahrbaren Punkt in Europa (3000m) in der Nähe von Bardonecchia, Italien. Ich bin aber gerade ein bisschen müde und ruhe auf einer Picnic-Area. Etwa um 17 Uhr entscheide ich mich, doch noch weiter hoch zu fahren. Im schlimmsten Fall kann ich ja campen, wo ich grade bin. Schon nach der ersten Kurve hält mich Rens auf, ein Radfahrer aus den Niederlanden. Ob er mit mir hoch kommen dürfe. Er sei mit dem Rad hoch- und runtergefahren und habe dabei seine Kamera verloren. Er ginge sogar zu Fuss wieder runter, falls ich oben übernachten wolle. Ich nehme ihn mit und wir fahren hoch. Er weiss den Weg, ich habe das geeignete Fahrzeug. Und das wird bis aufs Letzte ausgereizt. Ich brauche sogar alle Diffsperren um durch den Schnee und Dreck zu kämpfen. Bis auf etwa 2600m geht das, dann ist Schluss. Die Strasse ist schräg mit Schnee bedeckt, zwar nur zur Hälfte, aber wenn wir da wegrutschen, rutschen wir auch 100m in die Tiefe. Aber kein Problem. Wir sind nämlich fast am Punkt, wo Rens die Kamera noch hatte. Er geht den Rest zu Fuss und ich wende in der Zwischenzeit das Auto, ...

...was bei einer Wegbreite von 4m auch kein leichtes Unterfangen ist. Da geniesst man eine schöne Aussicht, ohne den Weg vor dem Auto zu sehen.
Rens kommt leider ohne Kamera zurück und unten im Refugio wollen sie auch nichts gefunden haben. So fahren wir wieder zurück zur Picnic-Area und ich lade Rens und seine Eltern, die schon längst auf ihn warten, zu einem verdienten Bier ein.

Aus dem Bier wird dann eine Garnelen-Grillade und ein richtig spassiger Abend.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen